
Die Reise-Apotheke ist ein wichtiger Bestandteil des Gepäcks. Gut sortiert und frisch sollte sie sein - für alle Fälle. Wir geben hier einige Tipps, was Motorradfahrer dabei haben sollten.

- Die Reise-Apotheke gehört stets griffbereit an einer Stelle verstaut, zu der auch die beste Sozia oder ein helfender Fremder ohne Probleme und ohne Schlüssel Zugang haben.
- Bei Medikamenten immer auch den Beipackzettel mitnehmen und dessen Infos, vor allem Dosieranleitungen beachten.
- Arzneimittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum sofort aussortieren und dem Apotheker zur Entsorgung geben. Sie gehören nicht in den Hausmüll! Übrigens auch der Inhalt eines Erste-Hilfe-Sets hat ein Verfallsdatum, das man beachten sollte.
- Die Liste der notwändigen Reisemedikamente auch mit dem Hausazt bzw. Apotheker des Vertrauens besprechen.
- Die Reise-Apotheke möglichst kühl lagern, im Staufach unter der Sitzbank hat sie nichts zu suchen, da Motor- und Auspuffhitze die Medikamente zerstören können. Gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit hilft es, die Reise-Apotheke in einem gut schließenden Plastikbehälter zu verstauen.

Das Mitführen von Erste-Hilfe Material ist z.B. in Österreich für Motorradfahrer Pflicht! Auch wenn Du dich nur auf der Durchreise befindest!

Der Inhalt für Erste-Hilfe-Sets für Kfz (Kfz-Verbandkasten) ist in der DIN 13164 geregelt. Diese DIN wird auch für käuflich zu erwerbende Motorrad-Erste-Hilfe-Sets herangezogen. Der in der DIN 13164 geregelte Inhalt sollte in keiner Reise-Apotheke fehlen. Die aktuelle DIN 13164 ist seit dem 01.01.1998 gültig.

- Pinzette zur Entfernung von Zecken, Splittern, Glasscherben
- 1 Fläschchen 70%iger Alkohol oder Jod als gründliches Desinfektionsmittel
- ein generelles Schmerzmittel, z.B. Aspirin mit dem Vorteil, auch gegen Erkältungen oder Fieber zu wirken
- Brand- und Wundheilsalbe gegen schmerzhafte Hautentzündungen oder Brandblasen
- Taschenlampe und Schweizer Messer, sofern nicht bereits im Pannenset enthalten

- Nicht nur für ferne, auch für südeuropäische Länder empfiehlt sich ein Mittel gegen Durchfall in Form klassischer Kohletabletten oder das rasch wirkende Immodium. Hierbei unbedingt den einhergehenden Elektrolytverlust des Körpers beachten und beide Mittel nur in Verbindung mit viel unverseuchter Trinkflüssigkeit und möglichst auch lebenswichtigen Mineralstoffen verabreichen, notfalls hilft zunächst auch eine Packung Salzstangen
- Auch das Gegenteil des Durchfalls kann Urlaubsfreuden massiv trüben, deshalb sollten anfällige Personen ein Abführmittel einpacken. Hier gilt ebenfalls, möglichst viel zu trinken
- 1 Fieberthermometer, um ernsthafte Erkrankungen zu erkennen
- Hustenlöser als Brausetabletten (handlicher als Flasche)
- Mückenschutz in Form von Autan oder ähnlichem Präparat
- Gel / Salbe gegen Prellungen / Verstauchungen z.B. Mobilat
- Ohrenstöpsel, denn auch der leiseste Helm schützt auf langen Autobahnfahrten nicht vor Dauerlärmbelastung und unangenehmen Druckgefühl; auch probates Mittel gegen schnarchende Mitschläfer

- Sonnencreme mit entsprechendem Schutzfaktor
- Malaria-Prophylaxe- und -Notfallmittel (Auskünfte über Malaria-Risiken finden sich u.a. in den umfassenden Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes unter
http://www.auswaertiges-amt.de/
- Mittel gegen Reisekrankheit, Übelkeit, Flugangst, hier kann nicht nur der Medizin-Cocktail helfen, sodern bereits das immer wieder verwendbare Akupunktur-Armbändchen
- Breitband-Antibiotika, die es allerdings nicht ohne Rezept in der Apotheke gibt, deshalb diese im vorbereitenden Termin mit dem Hausarzt besprechen
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