Federbein-Spritzschutz



Das Problem
Serienmässig gibt es keinen Spritzschutz für das Federbein. Dies hat zur Folge, dass sämtlicher Strassendreck auf das Federbein geschleudert wird. Dadurch sind garantiert schon einige Federbeine gestorben (Anm. des Verfassers: auch meins! durch Strassendreck entstandene Riefen auf dem Kolben des Federbeins führten zur Undichtigkeit; das Originalfederbein hatte nur noch Schrottwert!) Diese Defekte sind umso ärgerlicher, wenn man die originale Luftpumpe der Baujahre 1999-2002 gegen ein teures Beinchen aus dem Zubehör (
Wilbers,
Öhlins) getauscht hat.
Es gibt für den hier vorgestellten Spritzschutz auch kommerzielle Alternativen (z. B. von Desertstorm), allerdings ist das Teil auch von technischen Laien dermassen einfach herzustellen, dass wir hier eine kurze Bastelanleitung vorstellen.

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Die Montage (Bild1, Bild2, Bild3):
Am einfachsten geht die Montage durch abnehmen der gesamten Heckverkleidung inklusive der Hinterradabdeckung, da wo die Batterie untergebracht ist, unter der Sitzbank, zu montieren.
Es geht aber auch mit weniger Demontage.
Die Sitzbank abnehmen, die je 4 Bundschrauben, des grauen Seitenteils lösen, vorsichtig diese abnehmen, keine Gewalt aufbringen, da diese mit dem lackierten Heckteil nach Lösen der Schrauben immer noch verzahnt sind. Wenn auf der linken Seite der Griff zum Aufbocken angebaut ist, muss dieser eventuell gelöst werden und in eine Position, welche die Demontage der Seitenteile erlaubt, verschoben werden. Zur Erleichterung kann man den Bremsflüssigkeitsbehälter auf der rechten Seite lösen, nur die Schraube die den Behälter am Rahmen befestigt!!! und so aus dem Montageraum bringen, Achtung senkrecht halten!!! Der Lappen sollte mit der gummierten Seite zum Hinterrad zeigen.Die Außenlaschen werden um die Strebe geschlungen und mit je einer Schraube, zwei Scheiben und einer Mutter befestigt. Die mittlere Lasche wird über der Strebe und unter dem Batteriefach Richtung Tank durchgeführt. Der Freiraum des Schutzes dient zur Aufnahme der Batteriefachklemmen. Der Gummilappen der vom Tank kommt und auch in diesem Bereich liegt, wird über den Spritzschutz und ebenfalls unter dem Batteriefach durchgeführt, somit ergibt sich so etwas wie eine Labyrinthdichtung.
Das untere Ende wird zwischen Hinterrad und Schwinge gesteckt. Er sollte so lang sein , dass wenn die Varadero auf dem Hauptständer steht, dieser immer noch in dem freien Raum zwischen Hinterrad und Schwinge herunterhängt, somit kann er beim Ausfedern nicht auf die Schwinge aufsetzen und seine eigentliche Funktion aufgeben.
Zu lang sollte er auch nicht sein, damit er nicht übermäßigen Kontakt zum Hinterrad bekommt. Ich selbst habe nur die Wilbersfeder drin und komme mit diesen Maßen sehr gut hin.
Das war es schon fast. Nun wieder alles montieren.
Als erstes den Bremsflüssigkeitsbehälter!!!
Nächstens die Seitenteile, dabei wieder genauso viel Ruhe und Geduld aufbringen. Beim Anschrauben achtet auf die Länge des Bundes der Schrauben (Bild4.jpg) , die mit dem langen Bund verbinden die Seitenteile mit der Heckabdeckung, die Kurzen die Seitenteile mit den Rastenträger und dem Rahmen.
Den Griff zum Aufbocken nicht vergessen.
Funktionsprüfung:
- Das Rad sollte ohne am Schutz zu schleifen drehen.
- Die Bremse prüfen.
- Ist der Griff fest?
- Sind noch Schrauben oder sonstiges übrig?


Varadero Mod. 2004 ABS
Arno (Varofix) hat an seiner 2004er ABS-Vara eine modifizierte Version des Spritzschutzes. Hier seine Anleitung:
Material:
- PVC-Folie 130 x 175 x 2 mm (beim Dachdecker usw.)
- Winkel-Aluminium 20 x 20 x 2, Länge 175 mm
- 2 Maschinenschrauben M6 x 55 mm oder M6 x 60 mm mit durchgehenden Gewinde und 2 Beilagscheiben (am besten gleich VA4)
- 2 Muttern M6 und 2 Beilagscheiben (Stopmuttern oder Schraubensicherung verwenden)
- 2 Hülsen 8 x 15 mm
Anbauanleitung:
PVC-Folie, Gummi oder entsprechendes Material - kein Blech verwenden! – zuschneiden und an der Oberseite verstärken (gleiche Breite wie Spritzschutz). Ich habe dafür einen Aluwinkel verwendet (Reststück vom Fußboden verlegen), welchen ich im Schraubstock zusammengebogen habe. Bevor man diesen ganz zusammen drückt, wird noch der Gummi dazwischen gelegt. Zum besseren Halt kann man an jeder Seite noch zusätzlich eine 3mm Blindniete oder Schraube anbringen. Dann die zwei Befestigungslöcher (Ǿ 7mm) bohren. Nun werden die zwei Originalschrauben vom Regler gegen die längeren Schrauben ausgetauscht und die Hülsen von hinten aufgesteckt. Jetzt noch den fertigen Spritzschutz aufstecken und festschrauben.



Spritzschutz - low cost, aber nicht low level!
Diethard schreibt:
Hallo zusammen,
ich habe das Teil ähnlich der oben abgebildeten Skizze aus einem Gummischlauch vom PKW-Reifen (Altteil beim Reifenhändler) gefertigt. Unten jedoch wegen meiner "genial einfachen Befestigung" auf gleicher Breite belassen. Befestigung oben mit 5 mm Messingschrauben, -muttern und -scheiben. Untere Befestigung mit kunststoffummanteltem Draht.
Vorteil Gummischlauch: das Teil passt gut in die Rundung der Schwinge.
Vorteil untere Befestigung: das Teil bleibt auch beim Einfedern gespannt, schleift nicht am Rad und läßt Spritzdreck sofort abprallen.
Lebensdauer bisher: 6,5 Jahre und 57 TKm. Immer noch erstes Federbein.


